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Wetter, Wetter, Skitouren und jede Menge Spaß. Die Alpingeier auf der Genneralm

Am Samstag den 9.2. machten sich 12 Alpingeier auf den Weg zum Skitourenwochenende. Man traf sich am Morgen am Salzburger Hauptbahnhof und fuhr entspannt mit dem Postbus nach Lämmerbach bei Hintersee, um von dort das Skitourenwochenende mit dem Anstieg zur Genneralm zu starten. Leider blieb aus unerfindlichen Gründen ein Paar Felle im Bus liegen und so ging ein Teil der Gruppe schon los und der Rest machte sich auf die Suche nach dem Busfahrer mit den Fellen, die zum Glück innerhalb einer Stunde zu finden waren, und somit konnte auch der Rest den Anstieg bei schönstem Sonnenschein in Angriff nehmen.
Bei der Bergrettungshütte auf der Genneralm angekommen, wurden die Lager bezogen und die Rucksäcke um den Proviant für die drei Tage erleichtert. Mit leichten Rucksäcken ging es erstmal an den Hang neben der Hütte, um die Spitzkehren-Technik zu trainieren. Danach folgte die Abfahrt im Firn ins Ackersbachtal, erst freie Hänge und dann eine schöner Nadelwald-Slalom. Dort unten wurde die Sonne genossen und es gab eine erste Einführung in die Suche mit dem LVS. Danach folgte der für den Großteil abschließende Anstieg zur Hütte in den wohlverdienten Feierabend. Fünf Motivierte machten noch einen Ausflug auf das Gennerhorn um den Sonnenuntergang und eine rasante Abfahrt zu genießen. Nach dem Abendessen wurden vor der Hütte noch der Orion, Große Wagen und Kassiopeia, oder für die BWLer das „liegende Summenzeichen“, am Sternenhimmel bewundert.

Am nächsten Morgen starteten alle mit kräftigendem Porridge in den Tag und das war bei dem Wetterbericht und der geplanten Tour auch wichtig. Es ging los mit einem LVS-Check und dann starten wir auf zum Hohen Zinken. Wobei die kleine Zwischenabfahrt auf Fellen schon eine feine Unterhaltung bot. Danach wurde es ernst und der große Hang zum Hohen Zinken wurde in Angriff genommen, wobei der Schnee dort schon viel Erfreuliches für die spätere Abfahrt versprach. Doch erstmal wurde im unteren Teil geschwitzt und oben zeigte uns das Wetter, das es auch anders kann. Die Windfahnen über dem Schnee und die Eiskristalle im Gesicht ließen uns den Fönsturm spüren. Am Gipfel schauten wir in glückliche aber auch teilweise geschaffte Gesichter. Nach Check des „Akkus“ bei allen Beteiligten entschieden wir uns das Robert II mit drei Alpingeiern direkt zur Hütte abfährt. Der Rest, geleitet von Michi und Robert I, war motiviert noch das Osterhorn als zweiten Gipfel des Tages zu erklimmen. Dazu wurde der aussichtsreiche Rücken gequert und bei so mancher Böe musste man schauen das man fest auf den Skiern stand. Nach der kurzweiligen Querung standen die Alpingeier auf dem namensgebenden Gipfel dieser Gegend. Mit Tiefblicken bis zum Wolfgangsee, Weitblicken zum Bayrischen Wald, Dachstein und der imposanten Fönmauer über den Niederen Tauern genossen wir die Einsamkeit. Danach folgte die kurze Abfahrt zum Sattel und der Wiederaufstieg zum Hohen Zinken. Als Abschluss der Tour kam die wohlverdiente Abfahrt durch teilweise unverspurten (leicht gesetzten) Pulver. Das zauberte allen ein dickes Grinsen ins Gesicht. Nach dieser ausgiebigen Tour folgte noch das ausführliche Üben der Kameradenrettung. Wie fühlt sich ein Sondentreffer an? Wie schaufeln wir richtig im Team? Was machen wir mit dem ausgeschaufelten Kameraden? Notrufnummer 140, 144 oder 112? Und wie funktioniert das alles im Ganzen? In drei Gruppen aufgeteilt konnten alle erfolgreich einen in 1m Tiefe vergrabenen Rucksack innerhalb von 10 Minuten finden, sondieren und ausschaufeln.

Zum Abschluss des Tages gingen einige Wagemutige noch an die tolle Wechte am Fuß des Gennerhorns und übten das Springen über die fast 2m hohe „Klippe“. Ab Abend gab es noch ein ergiebiges Kasnocknessen. Sogar der Salat wurde leer… als angekündigt wurde „wenn der Salat leer ist, machen wir noch Popcorn ;) In dieser Zeit begann die Hütte teilweise ziemlich zu Wackeln. Der Blick raus zeige: Der Wind hat sich um 180 Grad von Südföhn zu einem Schneesturm aus Nord. Das versprach Spaß und Neuschnee für den nächsten Tag. Einige Runden Werwolf, Sprünge vom Balkon und Geschichten später einigte man sich auf Hüttenruhe ohne Zutun der Betreuer. Das war ein cooler Tag.

Am nächsten Morgen wackelte die Hütte immer noch genauso bei jeder Böe wie in der Nacht. Also wurde aus einer weiteren größeren Tour nichts, aber immerhin eine unverspurte Abfahrt von der Genneralm. Frühstück, die restlichen Zutaten zu 13 Palatschinken verarbeitet, die Sachen gepackt und Hütte geputzt, schon konnte es losgehen in den Schneesturm. Die Abfahrt war nochmal super. Pulver überall incl. weiterer Abfahrt auf der verschneiten Straße. Leider musste dann noch von Lämmerbach bis zur Bushaltestelle in Hintersee gewandert werden, zum Glück sind Tourenschuhe auch super Wanderstiefel. Zufrieden und auch etwas kaputt kamen alle wieder am Salzburger Hauptbahnhof an und starteten in die Semesterferien.

Danke an die Bergrettung Salzburg, dass wir wieder eure Hütte als Base Camp nutzen durften.
Danke an das Alpincenter Wintersportschule Berchtesgaden-Obersalzberg für den günstigen Verleih der super Skitourenausrüstung.
 
(Robert Delleske)
 
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