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< November 2018 >
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Freiheit und Abenteuer im 1000-Sterne-Luxus und heimtückischen Heidelbeeren

Am 3.8. machten sich sieben Alpingeier auf den Weg zu ihrem Wildnis-Wochenende. Wir trafen uns in der morgendlichen Hitze in Salzburg. Von dort fuhren wir ins 10 Grad kühlere Riedingtal, wo wir die Alm von Jakob dankenswerter Weise als Basis nutzen durften. Aber vor dem Wandervergnügen stand noch Arbeit auf dem Programm: Es wurde ein Lagerfeuer entfacht und Fladenbrote für die nächsten Tage gebacken. Danach wurde noch Pizza am Lagerfeuer zubereitet, um nicht hungrig in den Nachmittag zu starten. Nachdem das Feuer gelöscht, das Geschirr gespült und die Ausrüstung samt Verpflegung auf den Rücken der Alpingeier verteilt war, stiegen wir am alten Almpfad rauf zum Biwakplatz. Die Natur hatte uns sehr viele Heidelbeeren als Hindernisse in den Weg gelegt, an denen wir uns nur mit großem Aufwand vorbeinaschen konnten. Oben am Bergsee auf 2.000 m Höhe empfing uns die schöne Almhochfläche, die für die nächsten zwei Nächte unser Nachtlager sein sollte.

Da der Anstieg durchaus schweißtreibend war, ging es erstmal zum Bach um uns abzukühlen und die Trinkwasservorräte aufzufüllen. Dann wurde das Lager eingerichtet. Da Regenschauer angekündigt waren, wurde auch eine Plane gespannt, um im Notfall trocken schlafen zu können. Abends wurde die Gruppe mit Essen vom Gaskocher verpflegt, der Regenbogen bestaunt und von drei fleißigen Freiwilligen noch Heidelbeeren für das nächste Frühstück gesammelt. Die Tradition verlangt natürlich noch einige Partien Werwolf.

Am nächsten Morgen ging es mit einem Heidelbeer-Apfel-Bananen-Porridge und Tee in der Sonne los. Nach dem Lüften der Schlafsäcke und dem Spülen des Geschirrs starteten wir mit unserer Wanderung. Zuerst über die Weißgrubenscharte und einen aussichtsreichen Rücken zum Schiereck und dann zu den Almflächen am Haselloch. Da die Hitze auch auf über 2.000 m zu spüren war, lockte der Tappenkarsee doch mehr als weitere Gipfel. Also ging es runter zum See. Auch hier waren wieder viele heimtückische Heidelbeeren im Weg, an denen man sich vorbeinaschen musste. Dennoch wurde der See erreicht und für eine ausgiebige Pause inklusive Bad genutzt.

Nach der Stärkung mit dem selbstgebackenen Brot und der Abkühlung musste der Heimweg angetreten werden. Also ging es wieder zurück in den Lungau. Am Nachmittag war der Anstieg durch ein paar Wolken durchaus erträglich und so wurde auch noch der Weißgrubenkopf bestiegen und die umliegende Bergwelt mit ihren Gletschern besprochen. Auf dem Weg runter zum Biwakplatz nutzen noch einige die Schneefelder für eine Schneeballschlacht und barfußrutschen im Schnee. Die anderen entspannten sich bei einer Abkühlung im Bach. Am Abend wurde wieder gekocht und dann sehr lange Werwolf gespielt. Man glaubt gar nicht wie viel man auch nur unter dem Licht der Sterne sieht. Zum Abschluss des Abends gaben sich auch noch Glühwürmchen die Ehre und die Alpingeier legten sich im 1000-Sterne-Hotel auf ihren Isomatten in die Schlafsäcke und genossen die kühle Nacht.

Am Sonntagmorgen wurde die Gruppe von der Sonne geweckt. Da der Wetterbericht nix gutes verhieß wurde nach dem Frühstück das Lager zusammengeräumt und durch die „heimtückischen“ Heidelbeersträucher abgestiegen. Der Großteil der Gruppe war zügig unten und konnte dort noch das Backblech und das Lagerfeuer nachbereiten. Drei Teilnehmer wurden leider noch 90 Minuten von den Heidelbeeren aufgehalten aber kamen bis auf blaue Hände, blaue Zungen und Gefäßen voller Beeren mit einem vollen Bauch davon. Danach ging es in Ruhe mit dem Urlauberverkehr wieder zurück in die Schwüle der Stadt.

Im September geht es hoffentlich etwas kühler in der HAK weiter.

Bericht: Robert Delleske
Fotos: Robert Delleske / Robert Haberl
 
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