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Klettersteige am Nassfeld

 Klettersteige am Nassfeld
Am 17.6. geht’s voller Erwartungen über die Autobahn nach Spital, Greifenburg, Tröpolach aufs Nassfeld. Kurz vorm Pass wird geparkt und gleich zu unserem ersten Ziel dem Däumling- Gartnerkofel gewandert. Der ACTION KST zieht über einen mit Türmen bestückten Felsgrat – mit vier Seilbrücken und schönen vertikalen C-Passagen. Mit Klettersteigausrüstung geht’s durch ein gesichertes Schneefeld zum Einstieg. Die erste etwas lockere Seilbrücke fordert unseren ganzen Mut und ruhiges Gehen. Geschafft, somit war der gesamte KST reine Freude, Eindrucksvoll - vor allem die lange Nepalbrücke. Ca. ½ Std. geht’s noch bis zum Gartnerkofelgipfel, 2.190 m. Wir genießen die Jause und den Rundblick. Beim Abstieg lädt die Watschinger Alm zum Kaffee und Kuchen und bietet ein großes Angebot an Almwirtschaftsprodukten. Um die Alm konnten wir eine botanische Besonderheit, die Kärntner Wulfenie, bestaunen. Zufrieden und bereichert fahren wir sieben Teilnehmer nach Tröpolach ab und 12 km rauf zu unserem Quartier, der Tröpolachalm, mitten in einem riesigen Almgebiet. Uns stehen drei Zimmer zur Verfügung. Wir erfrischen uns kurz und machen es uns dann vor der Alm gemütlich. Zum Abendessen gibt es Gulaschsuppe, hervorragenden Kaiserschmarrn und ein gutes Tröpfer Wein!

Nach einer erholsamen Nacht wird ein königliches Frühstück serviert. Nebenbei können wir Christian Jenul zuschauen, wie die Milch der 50 Kühe zum würzigen Gailtaler Almkäse verarbeitet wird. Dann richten wir uns für die Tour auf den Trogkofel zusammen. Anfangs queren wir von der Alm die Nordseite zum kleinen Sattel (Staatsgrenze). Auf der Südseite geht’s ein Stück weiter auf dem Karnischen Höhenweges bis zum Einstieg des Crete Rosse KS. Ein kurzer leichter KS - B/C, lieblicher Kamin, dann Gehgelände bis zum Trogkofel, 2.280 m. Etwas Wolkenziehen, kurze Rast, dafür schmeckt das Almjausenbrot umso besser! Steigen den 280 hm Uiberlacher KS - B/C auf der Nordseite ab. Guter Fels, ohne Sicherung gut machbar, an steilen Stellen sind Leitern angebracht. Gehen über die Rudnigalm zurück wo wir einige Kühe für die Melkzeit mitnehmen bzw. zur Alm treiben. Genießen das herrliche Almambiente. Es gibt Kaffee. mit Kärntner Reinling vom Senior Lambert, der uns wahrlich verwöhnte. Ganz stolz servierte er seine Milzlaibchen-Suppe und Kalbsgeschnetzeltes, alles aus eigener Wirtschaft. Christian bewirtschaftete zuvor die Rudnigalm (derzeit ruhend) und ist den ersten Sommer auf der Tröpolachalm, die vorwiegend auf Almwirtschaft/Käseerzeugung und nicht für Nächtigungen ausgerichtet ist. Bei gutem Wein lassen wir diese „first-class-Almtage“ mit einem stimmungsvollen Sonnenuntergang ausklingen.

Am dritten Tag genießen wir erneut ein königliches Frühstück. Leider müssen wir schon Abschied nehmen. Wir kaufen noch Käse und fahren dann ca. 20 Minuten zum Plöckenpass weiter um in den „Oberst Gresselweges“ C/D, 290 hm, einzusteigen. Wir klettern über den kompakten Fels der Cellonschulter, eine reine Freude,- aber es wird warm. Rasten, trinken dann weiter zum Frischenkofel - hier führt der KS „Weg ohne Grenzen“C/D, 260 hm, besonders schön und anspruchsvoll auf tollen Plattenrampen und über blockigem Grat zum Vorgipfel. Einige gehen den Steinbergerweg. Gewitter zieht auf, so heißt es rasch absteigen. Es beginnt zu hageln, wir kommen gut, aber durchnässt am Plöckenpass an. Wir ziehen uns um und planen die Heimfahrt mit Ausklang in Kötschach-Mauthern bei Kaffee und Kuchen.

Es war wieder erlebnisreich mit vielen wunderbaren Eindrücken und lieben Freunden: Hermi, Georg, Magdalena, Marlene, Michaela, Peter.

Bericht und Fotos: Zenzi Bruckbauer, Wochentagsgruppe
 
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