Bergsteigerdörfer
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Transalp 29.08. - 07.09.2018

Bereits am Vortag reisen wir mit der Bahn nach Bludenz, wo wir in einer guten Pizzeria mit unfreundlichem Service einfallen.
 
Schlappiner Joch
Unser Alpencross entlang der Heckmair-Route beginnt. Beim Bergaufschwitzen überholt uns erhobenen Hauptes ein E-Biker-Pärchen mit vollen Packtaschen, welches wir bei einer kurzen Einkehr in Gargellen wiederfinden; dort ist nämlich Akku-Wechsel angesagt, dann sind sie dahin.
Wir kurbeln weiter und kommen zur Tragepassage unterhalb des Schlappiner Joches. Dort trauen wir unseren Augen nicht, die beiden versuchen unter Schweißausbrüchen – zum Fluchen reicht offensichtlich die Luft nicht – ihre Geräte irgendwie hinauf zu hieven, wobei die holde Weiblichkeit sich mehr dem Zuschauen widmet.
Bei der Abfahrt nach Klosters lassen wir uns einen Sturz nicht nehmen – und die Moral aus dieser Gschicht, „Greif am Trail vom Lenker nicht!“
 
Scalettapass
In der Nacht regnet es, doch die Route über den Scalettapass beschert uns zumindest Niederschlagsfreiheit.
 
Passo Chaschauna und Passo di Valle Alpisella
Anscheinend sind zwei Schönwettertage genug, also regnet es schon in der Früh, als wir zum Passo Chaschauna aufbrechen; oben schneit es, aber nach eineinhalbstündigem steilem Schieben und Rutschen ist ja das Rifugio Cassana gleich da. ......... Oh, welche Enttäuschung, „CHIUSO“. Bibbernd vor Kälte ziehen wir uns um und treten die nasse Abfahrt nach Livigno an. Dort gibt es ein Bikehotel, in welches wir einfallen; nur der Kleidung müssen wir uns in der Aula entledigen. Die Chefin höchstpersönlich kümmert sich, dass unsere gesamte nasse Kleidung in den Trockner kommt – ohne etwas zu verlangen; aber einiges für ihre Enkeln lassen wir doch zurück.
Doch heute steht noch der Passo di Valle Alpisella auf dem Programm, Bormio ist das Ziel. Bis dahin geht es ziemlich feucht weiter.
 
Passo di Gavia
Ab Santa Caterina beginnt es wieder zu nieseln. Jede Menge Rennradler, eine Veranstaltung steht an, sind auf dem Weg zum Passo di Gavia und geben sich bei der Rückfahrt dem zweifelhaften Genuss des Frierens hin. Oben liegt Schnee, doch in der Hütte warten warme Speisen und Getränke, direkt wohlig wird es. ........ Oh Schreck, 14 Uhr ist es vorbei, und wir haben noch etwa 70km vor uns, allerdings fast ausschließlich bergab; also sausen wir elf nach Breno. Warm ist es hier, kein Wunder es ist ja 2300 Höhenmeter runtergegangen.
 
Passo Crocedomini
Juhu!!! Die erste Stunde bleibt niederschlagsfrei, dann wird es immer feuchter, kühler auch, kein Wunder, es geht ja wieder rauf. Im Rifugio sind wir nicht so richtig willkommen, die sonntäglichen Tagesgäste sind wichtiger als so pritschelnasse Radtouristen. Irgendwie schaffen wir es schlussendlich aber doch an verschiedenen Tischen etwas Warmes in uns hinein zu stopfen. Bagolino erreichen wir ohne Dusche.
Über großzügige Unterbringung im engen Zimmer mit Notbett und feudales Frühstück ohne ausreichende Sitzgelegenheit bei der Booking-Empfehlung gehen wir schweigend hinweg.
 
Malga Ciapa
Bis zum Passo Ampola radeln wir gemeinsam; dann fällt der Startschuss für das Rennen zum Rifugio Garda. Den ganz Schnellen gelingt es, den mäßig Schnellen nicht, trocken zu bleiben. Letztere haben bei der Auffahrt eine Dreiviertelstunde Timeout wegen starken Regenschauers, während die Sieger schon Minestrone in sich hineinlöffeln. Die Trockenlegung der Masse findet dann auf der Alm statt, wo bei offenem Kamin, warmer Suppe und kaltem Bier die Lebensgeister rasch wieder zurückkehren. Freundlichkeit, reine Zimmerlager und saubere Sanitäreinrichtungen lassen den ursprünglichen Wunsch nach Zimmer mit Dusche und WC schnell vergessen.
 
Tremalzo
Bei Superwetter strampeln wir hinauf zum Tremalzotunnel und über ein Potpourri an kleinen Pässen über Pregasina nach Riva, wo wir schon sehnsüchtig von zwei Runden Aperol erwartet werden.
 
Draufgabe
Während die ersten Fünf zurückshutteln, gönnt sich der Rest je nach Lust und Laune noch zwei Touren, Malga Grassi und - etwas härter - Monte Casale mit dem Passo della Morte.
 
Abwechslungsreiche Tage, suboptimale Bedingungen, Zusammenarbeit aller bei Buchungen, Radschlossschlepperei der Männer, Erkenntnisse nicht nur über sich sowie antiperistaltische Rückfahrt machten diese Unternehmung zu einem Erlebnis für jeden.
 
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